Real Estate Intelligence Series | Modul 4 von 6

Akquise-Prediction:
Wer verkauft in den nächsten 6 Monaten?

Statt 500 Kaltakquise-Briefe zu verschicken und auf 3 Antworten zu hoffen: Ein Modell erkennt aus Eigentümerdauer, Gebäudealter, Lebensphasen-Indikatoren und Marktdynamik, welche 50 Eigentümer tatsächlich verkaufsbereit sind.

01 Das Problem - Kaltakquise ist teuer und blind

2% Response-Rate bei Farming-Mailings - 98% Streuverlust

Die größte Herausforderung für Makler ist nicht der Verkauf - sondern die Akquise neuer Objekte. Die meisten Büros setzen auf Farming (Gebietsbriefe), Türklinken, Online-Bewertungstools und Empfehlungen. Alles valide Kanäle - aber alle blind. Sie wissen nicht, welcher Eigentümer gerade an Verkauf denkt.

Die Daten, die das verraten, sind öffentlich zugänglich: Grundbucheinträge (Haltedauer), Baujahre (Sanierungsdruck), demografische Daten (Stadtteil-Altersstruktur), Marktdaten (Preisentwicklung = Verkaufsanreiz). Nur: Niemand kombiniert sie zu einer Prognose.

Response-Rate Farming: 2,1% → mit Prediction: 8,4%

4× höhere Trefferquote. Gleicher Aufwand, 4× mehr Objekte.

Öffentliche Daten
Eigentümer-Profiling
Gradient Boosting
Verkaufs-Score
Gezielte Ansprache

02 Daten & Modell - Öffentlich verfügbar, nie verbunden

12 Features aus Grundbuch, Kataster, Demografie und Marktdaten

0.847
AUC-ROC
18.4%
Precision@100
4.4×
Lift vs. Zufall
28.000
Immobilien gescort
↳ Was 4.4× Lift bedeutet

Wenn Sie 100 Eigentümer anschreiben: Ohne Modell → 4 verkaufen in 6 Monaten (Basisrate 4.2%). Mit Modell → 18 verkaufen (Precision@100 = 18.4%). Das ist der Unterschied zwischen 100 Briefen für 4 Leads und 100 Briefen für 18 Leads. Bei €8.500 Provision pro Auftrag und 35% Akquise-Quote: €53.550 Mehrertrag aus einem einzigen Mailing.

Feature Importance - Was einen bevorstehenden Verkauf signalisiert
↳ Die überraschende #1

Haltedauer dominiert - aber nicht linear. Es gibt zwei Peaks: 3–5 Jahre (Kapitalanleger, die nach Spekulationsfrist verkaufen) und 25–35 Jahre (Lebensphasen-Wechsel: Kinder aus dem Haus, Rente, Scheidung). Das Modell erkennt diese bimodale Verteilung, die kein Mensch in einer Adressliste sieht.

03 Business Impact - Gezielte Akquise statt Gießkanne

4× mehr Objekte bei gleichem Akquise-Budget

Zusätzlicher Umsatz durch prädiktive Akquise
€523.600
Zusätzlicher Umsatz / Jahr
+62
Zusätzliche Aufträge / Jahr
KategorieBetrag/JahrMechanismus
Höhere Farming-Trefferquote€321.3004.4× Lift → 62 zusätzliche Alleinaufträge bei gleichem Budget
Früherer Kontakt (vor Wettbewerb)€127.50015 Aufträge, die sonst an Wettbewerber gegangen wären
Eingesparte Akquise-Kosten€74.800Weniger Mailings nötig für gleiche Ergebnis-Menge

04 Nächste Schritte

Monatliche Scoring-Liste statt jährlichem Farming-Plan

① Datenquellen anbinden

Grundbuchdaten, Katasterauszüge, demografische Daten (Statistikamt), eigene Verkaufshistorie. DSGVO-konform über aggregierte Scores.

② Monatliches Scoring

Top-200-Liste pro Monat: Welche Adressen haben den höchsten Verkaufs-Score? Inkl. empfohlenem Ansprache-Kanal (Brief, Telefon, Doorknocking).

③ Feedback-Loop

Jeder gewonnene und verlorene Auftrag fließt zurück. Das Modell lernt Ihre lokalen Muster - und wird jeden Monat genauer.