Logistics Intelligence Series | Modul 6 von 6

Auftragsvolumen-Forecasting:
Was Ihre Kunden nächsten Monat bestellen

Ein Multi-Target LSTM lernt aus 43 Kundenzeitreihen gleichzeitig - und prognostiziert das Bestellvolumen 4 Wochen voraus. Das Ergebnis: Proaktive Kapazitätsplanung statt reaktiver Disposition.

01 Das Problem - Reaktive Disposition frisst Marge

Warum "kommt schon was rein" keine Kapazitätsplanung ist

Ein mittelständisches Logistikunternehmen disponiert in der Regel tagesgenau: Aufträge kommen rein, LKW werden verplant. Was fehlt, wird vom Spotmarkt geholt (teuer). Was übrig bleibt, steht auf dem Hof (Leerstand). Beides kostet.

Das Paradoxe: Die Daten für eine Prognose existieren bereits. Jeder Kunde hat ein Bestellmuster - saisonale Schwankungen, Wochentags-Effekte, Monatsrhythmen. Kunde A bestellt jeden Dienstag 3 Komplettladungen. Kunde B hat im Q4 doppeltes Volumen. Ihr ERP weiß das. Ihre Disposition nicht.

78% des Volumens ist vorhersagbar

Die restlichen 22% sind echte Spontanaufträge. Aber allein die Vorhersage der 78% reduziert Ihren Bedarf an Subunternehmern um 35%.

Auftragshistorie
Dekomposition
LSTM-Forecast
Kapazitätsplan
Dispo-Alert

02 Datengrundlage - 24 Monate Auftragshistorie

43 Kunden, 52.000 Aufträge, jeder mit Volumen, Zeitpunkt und Relation

▸ Output
Aufträge: 52.340
Kunden: 43
Zeitraum: 2023-01-02 bis 2024-12-29
Ø Aufträge/Woche: 503
52.340
Aufträge (2 Jahre)
503
Ø Aufträge / Woche
43
Stammkunden
±22%
Wochen-Volatilität

03 Dekomposition - Die versteckten Rhythmen

Saisonalität, Trend und Wochentags-Muster getrennt betrachten

Auftragsvolumen Gesamtflotte - 104 Wochen + Trend
↳ Der Q4-Peak

Das Gesamtvolumen steigt im Q4 um 38% gegenüber Q2. Aber: Nicht alle Kunden folgen diesem Muster. K-007 (Baustoffe) hat seinen Peak im Q2 (Bausaison), K-031 (E-Commerce) explodiert im November/Dezember. Ein Flottenmodell reicht nicht - es braucht individuelle Prognosen pro Kunde.

Auftragsverteilung nach Wochentag (alle Kunden)
Saisonalität nach Branche - Quartalsvergleich

04 LSTM-Forecast - Individuelle Prognose pro Kunde

Ein rekurrentes Netz, das 43 Zeitreihen gleichzeitig lernt

Wir trainieren ein Multi-Target LSTM: Ein einziges Modell, das die Bestellhistorie aller 43 Kunden als parallele Zeitreihen verarbeitet. Der Vorteil gegenüber 43 einzelnen Modellen: Es lernt branchenübergreifende Muster (z.B. "wenn Automotive runtergeht, steigt Chemie um 2 Wochen versetzt").

▸ Output - Modell-Architektur
Modell-Parameter: 148,452
Input:  12 Wochen × 51 Features (43 Kunden + 8 Kontext)
Output: 4 Wochen × 43 Kunden-Prognosen
8.2%
MAPE (4-Wochen)
0.891
R² Score
12.4%
MAPE (Woche 4)
5.1%
MAPE (Woche 1)
↳ Genauigkeit nach Horizont

Die Prognose für nächste Woche trifft mit ±5.1% - genauer als jeder Disponent. Selbst die 4-Wochen-Prognose (±8.2%) ist für die Kapazitätsplanung mehr als ausreichend. Zum Vergleich: Der typische "Bauchgefühl-Fehler" in der Branche liegt bei 25–35%.

Forecast vs. Actual - Gesamtvolumen (letzte 16 Wochen Test)
MAPE nach Kunde - Wo trifft das Modell, wo nicht?

Die schwierigsten Kunden für das Modell sind kleine E-Commerce-Accounts mit hoher Volatilität. Die besten Prognosen gelingen bei Automotive und Pharma - Branchen mit stabilen Lieferketten und planbaren Rhythmen.

05 Kunden-Forecasts - Die 4-Wochen-Vorschau

So würde der wöchentliche Capacity-Report für die Disposition aussehen

K-031 · E-Commerce · Ø 38 Aufträge/Woche
↗ Saisonaler Anstieg erwartet
+42% in 4 Wochen
Prognose KW 45–48: 48 → 52 → 54 → 54 Aufträge
Treiber: Black-Friday-Vorlauf + Weihnachtsgeschäft. Identisches Muster wie Vorjahr (±3 Aufträge).
Kapazitätsbedarf: +6 LKW-Tage/Woche zusätzlich ab KW 46.
K-007 · Baustoffe · Ø 28 Aufträge/Woche
↘ Saisonaler Rückgang
–31% in 4 Wochen
Prognose KW 45–48: 24 → 22 → 19 → 19 Aufträge
Treiber: Bausaison-Ende, Temperaturrückgang. Freigesetzte Kapazität für E-Commerce nutzen.
Kapazitätsbedarf: –4 LKW-Tage/Woche ab KW 46. Umschichtung auf K-031 möglich.
K-015 · Pharma · Ø 22 Aufträge/Woche
→ Stabil
±3% in 4 Wochen
Prognose KW 45–48: 22 → 21 → 23 → 22 Aufträge
Treiber: Kontraktgebundenes Volumen, geringe Saisonalität.
Kapazitätsbedarf: Keine Änderung nötig. Verlässlichste Planungsgrundlage der Flotte.
K-022 · Automotive · Ø 35 Aufträge/Woche
↗ Trend-Anstieg
+18% in 4 Wochen
Prognose KW 45–48: 38 → 40 → 41 → 42 Aufträge
Treiber: Neues Modell-Anlauf beim OEM. Nicht saisonal - permanenter Anstieg seit 8 Wochen.
Kapazitätsbedarf: +3 LKW-Tage/Woche dauerhaft. Subunternehmer-Vertrag prüfen.
↳ Der Dispositions-Effekt

Die Forecast-Cards zeigen den entscheidenden Vorteil: K-007 gibt Kapazität frei, die K-031 braucht - und zwar exakt in denselben Wochen. Ohne Prognose würde der Disponent für K-031 Subunternehmer buchen (€180/Tour teurer) und K-007 hätte gleichzeitig LKW auf dem Hof stehen. Mit Prognose: interne Umschichtung, null Zusatzkosten.

06 Business Impact - Von der Prognose zur Marge

Weniger Subunternehmer, weniger Leerstand, bessere Verhandlungsposition

Einsparpotenzial nach Kategorie
€283.100
Gesamte Einsparung / Jahr
35%
Weniger Subunternehmer-Einsatz
KategorieBetrag/JahrMechanismusSicherheit
Subunternehmer-Reduktion€214.2002.520 Touren weniger an Sub (18%→12%)Hoch
Leerstand-Reduktion€22.9003.3 PP weniger Leerstand (50% realisierbar)Mittel
Verhandlungseffekt€28.000Bessere Margen durch proaktive ZusagenMittel
Personalplanung€18.000Überstunden-Reduktion durch VorplanungHoch

07 Die Gesamtrechnung - Alle 6 Module zusammen

Was die Logistics Intelligence Series für Ihren Fuhrpark bedeutet

Jedes Modul löst ein konkretes Problem. Zusammen ergeben sie ein Betriebssystem für datengetriebene Logistik - aufgebaut auf Daten, die Sie bereits besitzen.

Modul 1
€184.300
Standzeit
Modul 2
€118.770
Reifen
Modul 3
€254.600
Fahrer
Modul 4
€220.700
Leerfahrten
Modul 5
€96.260
Diesel
Modul 6
€283.100
Forecasting
Gesamtpotenzial: €1.157.730 / Jahr

Konservativ gerechnet. Bei einem 150-LKW-Fuhrpark. Basierend auf Daten, die Sie bereits haben. Kein einziger zusätzlicher Kunde nötig.

Einsparpotenzial nach Modul - Gesamtübersicht
↳ Die Botschaft

Über 1.1 Millionen Euro stecken in Daten, die in Ihren Systemen liegen - ungenutzt. Kein neues ERP, keine neue Hardware, keine zusätzlichen Sensoren. Nur die richtigen Fragen an die vorhandenen Zahlen. Das ist, was wir tun.

08 Wie geht es weiter?

Vom Proof-of-Concept zum Live-System - der Fahrplan

Sie haben gesehen, was möglich ist. Der nächste Schritt ist ein Pilotprojekt mit Ihren echten Daten. Kein monatelanges Konzeptpapier - wir liefern in 4 Wochen erste Ergebnisse.

① Daten-Workshop (1 Tag)

Wir schauen gemeinsam in Ihre Telematik-, ERP- und HR-Exporte. Welche Module passen sofort? Wo ist der höchste Hebel?

② Pilot (4 Wochen)

2 Module auf Ihren realen Daten. Ergebnis: Konkreter Euro-Wert, validiertes Dashboard, Implementierungsplan.

③ Rollout (8–12 Wochen)

Integration in Ihre bestehenden Systeme. Automatische Reports, Alerts, Dashboards. Training für Dispo und Fuhrparkleitung.