Manufacturing Intelligence Series | Modul 3 von 6

OEE & Engpass:
Kapazität gewinnen ohne Investition

Rüstzeiten, Mikrostillstände, Taktverluste: Die größte freie Kapazität steckt in den Anlagen, die Sie schon haben. Process Mining macht sichtbar, wo sie verloren geht, und Optimierung holt sie zurück.

Modellrechnung: fiktiver Muster-Betrieb

Dieses Modul ist Teil einer sechsteiligen Modellrechnung über einen fiktiven mittelständischen Fertigungsbetrieb (48 Anlagen, 3-Schicht-Betrieb, 85 Mio. € Umsatz). Alle Euro-Beträge sind aus den hinterlegten Annahmen des Muster-Betriebs hergeleitet. Es sind keine Ergebnisse realer Kunden und kein Leistungsversprechen. Welche Werte auf Ihren realen Daten erreichbar sind, zeigt erst ein Pilotprojekt.

01 Das Problem: Die teuerste Maschine ist die, die wartet

OEE-Verluste sind über viele kleine Ursachen verstreut

Eine OEE von 68 % heißt: fast ein Drittel der möglichen Produktion findet nicht statt. Der Verlust ist selten ein großer Block. Er steckt in Rüstzeiten, Mikrostillständen, reduzierter Geschwindigkeit und Anlaufverlusten, verstreut über Schichten und Anlagen.

Genau deshalb sieht man ihn im Reporting nicht. Process Mining rekonstruiert aus MES- und PPS-Daten den tatsächlichen Materialfluss und legt offen, wo der Engpass wirklich liegt. Das ist oft nicht da, wo man ihn vermutet.

+6 Prozentpunkte OEE = 2.160 Anlagenstunden / Jahr

Gewonnene Kapazität an den Engpass-Anlagen, ohne eine einzige neue Maschine.

MES-Events
→
Process Mining
→
Engpass-Analyse
→
Optimierung
→
Gewonnene Kapazität

02 Das Modell: Der reale Prozess, nicht das Soll-Layout

Process Mining auf Maschinen-Events, Engpass-Erkennung über die Durchsatz-Kette

▸ Beispielwerte: Illustration der Methode, keine durchgeführte Analyse
Ø OEE Engpass-Anlagen: 68.0%  ->  Ziel: 74%
Gewonnene Anlagenstunden/Jahr: 2.160
OEE-Verlustquellen: Rüsten, Mikrostillstand, Tempo, Anlauf
↳ Der Engpass wandert

Process Mining zeigt, dass der Engpass nicht statisch ist: Je nach Produktmix verschiebt er sich zwischen Anlagen. Die Optimierung priorisiert deshalb dort, wo der Engpass am häufigsten steht. Rüstzeitreduktion an dieser Stelle wirkt direkt auf den Gesamtdurchsatz.

03 Business Impact: Kapazität als Wert

Der Hebel: gewonnene Engpass-Stunden × Deckungsbeitrag je Stunde

€604.800
Kapazitätswert / Jahr
68% → 74%
OEE
2.160 h
Gewonnene Anlagenstunden
OEE an Engpass-Anlagen: Ist vs. Ziel
Modellrechnung · So entsteht der Betrag: transparent hergeleitet

Jede Annahme stammt aus dem Muster-Betrieb und ist zentral hinterlegt. Mit Ihren echten Zahlen ändert sich nur die Eingabe, nicht die Methode.

PositionWert
Engpass-Anlagen6
OEE-Steigerung: 68 % → 74 %+6 pp
Basis: Gewonnene Stunden (6 × 6.000 h × 6 pp)2.160 h
Hebel: Deckungsbeitrag je Anlagenstunde€280
Ergebnis: Kapazitätswert / Jahr€604.800

Annahmen eines Muster-Betriebs. In einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten diese Werte.

↳ Kapazität ist verkaufbar

Gewonnene Engpass-Stunden sind kein Selbstzweck: Sie bedeuten zusätzliche Aufträge ohne Mehrinvest oder das Vorziehen verspäteter Lieferungen. Bewertet mit dem Deckungsbeitrag je Stunde wird daraus ein klarer Euro-Betrag.

04 Nächste Schritte in Ihrer Fertigung

Vom Engpass-Bild zur laufenden Steuerung

① Event-Daten erschließen

Wir nutzen die Maschinen-Events, die Ihr MES ohnehin protokolliert, und zwar ohne neue Sensorik.

② Engpass-Pilot

Für eine Fertigungslinie entsteht das reale Prozessmodell mit benannten Verlustquellen und Optimierungshebeln.

③ OEE-Cockpit

Live-Sicht auf den wandernden Engpass und die größten Rüst- und Taktverluste, als Entscheidungsgrundlage für die Schichtleitung.

Alle 6 Module: KI in der Produktion