Manufacturing Intelligence Series | Modul 6 von 6

Termintreue:
Den Verzug sehen, solange er noch vermeidbar ist

Welcher Auftrag wird zu spät? Klassifikations- und Survival-Modelle erkennen den drohenden Verzug früh - wenn noch Zeit bleibt, ihn zu verhindern, statt nur die Vertragsstrafe zu buchen.

01 Das Problem - Den Verzug erfährt man, wenn es zu spät ist

Termintreue entscheidet über Pönale und Kundenbeziehung

Ein verspäteter Auftrag kostet doppelt: die vereinbarte Vertragsstrafe und das Vertrauen des Kunden. Heute zeigt sich der Verzug oft erst, wenn der Termin praktisch nicht mehr zu halten ist - dann bleibt nur teure Schadensbegrenzung.

Die Frühindikatoren stehen in den Daten: Auftragsvorlauf, Materialverfügbarkeit, aktuelle Engpasslast, Rückstand der vorgelagerten Schritte. Ein Modell schätzt je Auftrag die Wahrscheinlichkeit für Verzug - Wochen vor dem Termin.

Frühwarnung vermeidet 45 % der Vertragsstrafen

Weil eine Woche Vorlauf reicht, um Kapazität umzuplanen, statt Pönale zu zahlen.

Auftragsstatus
Engpasslast
Klassifikation
Verzugs-Risiko
Frühe Umplanung

02 Das Modell - Verzugs-Risiko je Auftrag

Klassifikation und Survival-Analyse auf Auftragsfortschritt, Material und Engpasslast

▸ Output
Gefaehrdete Auftraege: 34 von 410
Mediane Vorwarnzeit vor Liefertermin: 9 Tage
Aufträge nach Verzugs-Risiko und Restpuffer
↳ Risiko mit Resthorizont

Die Survival-Komponente liefert nicht nur „pünktlich/zu spät", sondern wie viel Puffer ein Auftrag noch hat. So lassen sich Aufträge priorisieren: Der mit dem höchsten Risiko und dem geringsten Restpuffer kommt zuerst - datengestützte Reihenfolge statt Bauchgefühl.

03 Business Impact - Pönale vermeiden, Kunden halten

Der Hebel: vermiedene Vertragsstrafen, weniger Eilkosten, geschützte Kundenbeziehungen

€360.000
Einsparung / Jahr
−38%
Weniger verspätete Aufträge
9 Tage
Ø Vorwarnzeit
Termintreue - vorher vs. mit Frühwarnung
Modellrechnung · So entsteht der Betrag - transparent hergeleitet

Keine Hausnummer: Jede Annahme stammt aus dem Muster-Betrieb und ist zentral hinterlegt. Mit Ihren echten Zahlen ändert sich nur die Eingabe, nicht die Methode.

PositionWert
Vertragsstrafen / Jahr€340.000
Vermeidung durch Frühwarnung (45 %)€153.000
Eilkosten zur Termin-Rettung / Jahr€280.000
Reduktion Eilkosten (40 %)€112.000
Geschützte Kundenbindung (1 Kunde DB)€95.000
Ergebnis: Einsparung / Jahr€360.000

Annahmen eines Muster-Betriebs - in einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten diese Werte.

↳ Der unsichtbare Hebel: Kundenbindung

Vertragsstrafen lassen sich beziffern - der größere Wert ist oft unsichtbar: Ein Kunde, der sich auf Termine verlassen kann, bleibt. Schon ein vermiedener Lieferanten-Wechsel pro Jahr trägt den Deckungsbeitrag eines mittleren Kunden zur Rechnung bei.

04 Nächste Schritte in Ihrer Fertigung

Von der Risiko-Liste zur Steuerung

① Auftragsdaten verknüpfen

Wir verbinden Auftragsfortschritt, Materialstatus und Engpasslast aus ERP/MES - die Felder existieren bereits.

② Verzugs-Pilot

Für ein Auftragssegment entsteht das Risikomodell. Sie sehen die Frühwarnungen gegen reale Verzüge der Vergangenheit validiert.

③ Termin-Frühwarnung

Tägliche Risiko-Liste: „Diese Aufträge sind gefährdet - Empfehlung: Auftrag X vorziehen, für Auftrag Y Kapazität umplanen."

Was das für Ihre Fertigung bedeutet, klären wir in der KI-Beratung für Fertigungsbetriebe.

Alle 6 Module: KI in der Produktion