Termintreue:
Den Verzug sehen, solange er noch vermeidbar ist
Welcher Auftrag wird zu spät? Klassifikations- und Survival-Modelle erkennen den drohenden Verzug früh, wenn noch Zeit bleibt, ihn zu verhindern, statt nur die Vertragsstrafe zu buchen.
Dieses Modul ist Teil einer sechsteiligen Modellrechnung über einen fiktiven mittelständischen Fertigungsbetrieb (48 Anlagen, 3-Schicht-Betrieb, 85 Mio. € Umsatz). Alle Euro-Beträge sind aus den hinterlegten Annahmen des Muster-Betriebs hergeleitet. Es sind keine Ergebnisse realer Kunden und kein Leistungsversprechen. Welche Werte auf Ihren realen Daten erreichbar sind, zeigt erst ein Pilotprojekt.
01 Das Problem: Den Verzug erfährt man, wenn es zu spät ist
Termintreue entscheidet über Pönale und Kundenbeziehung
Ein verspäteter Auftrag kostet doppelt: die vereinbarte Vertragsstrafe und das Vertrauen des Kunden. Heute zeigt sich der Verzug oft erst, wenn der Termin praktisch nicht mehr zu halten ist. Dann bleibt nur teure Schadensbegrenzung.
Die Frühindikatoren stehen in den Daten: Auftragsvorlauf, Materialverfügbarkeit, aktuelle Engpasslast, Rückstand der vorgelagerten Schritte. Ein Modell schätzt je Auftrag die Wahrscheinlichkeit für Verzug, Wochen vor dem Termin.
Weil eine Woche Vorlauf reicht, um Kapazität umzuplanen, statt Pönale zu zahlen.
02 Das Modell: Verzugs-Risiko je Auftrag
Klassifikation und Survival-Analyse auf Auftragsfortschritt, Material und Engpasslast
Gefaehrdete Auftraege: 34 von 410 Mediane Vorwarnzeit vor Liefertermin: 9 Tage
Die Survival-Komponente liefert nicht nur „pünktlich/zu spät", sondern wie viel Puffer ein Auftrag noch hat. So lassen sich Aufträge priorisieren: Der mit dem höchsten Risiko und dem geringsten Restpuffer kommt zuerst. Das ergibt eine datengestützte Reihenfolge statt Bauchgefühl.
03 Business Impact: Pönale vermeiden, Kunden halten
Der Hebel: vermiedene Vertragsstrafen und geschützte Kundenbeziehungen (die Eilkosten rechnet Modul 05)
Jede Annahme stammt aus dem Muster-Betrieb und ist zentral hinterlegt. Mit Ihren echten Zahlen ändert sich nur die Eingabe, nicht die Methode.
| Position | Wert |
|---|---|
| Vertragsstrafen / Jahr | €340.000 |
| Vermeidung durch Frühwarnung (45 %) | €153.000 |
| Geschützte Kundenbindung (1 Kunde DB) | €95.000 |
| Ergebnis: Einsparung / Jahr | €248.000 |
Annahmen eines Muster-Betriebs. In einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten diese Werte.
Vertragsstrafen lassen sich beziffern, der größere Wert aber ist oft unsichtbar: Ein Kunde, der sich auf Termine verlassen kann, bleibt. Schon ein vermiedener Lieferanten-Wechsel pro Jahr trägt den Deckungsbeitrag eines mittleren Kunden zur Rechnung bei.
04 Nächste Schritte in Ihrer Fertigung
Von der Risiko-Liste zur Steuerung
Wir verbinden Auftragsfortschritt, Materialstatus und Engpasslast aus ERP/MES. Die Felder existieren bereits.
Für ein Auftragssegment entsteht das Risikomodell. Sie sehen die Frühwarnungen gegen reale Verzüge der Vergangenheit validiert.
Tägliche Risiko-Liste: „Diese Aufträge sind gefährdet. Empfehlung: Auftrag X vorziehen, für Auftrag Y Kapazität umplanen."