Logistics Intelligence Series | Modul 6 von 6

Auftragsvolumen-Forecasting:
Was Ihre Kunden nächsten Monat bestellen

Ein Multi-Target LSTM lernt aus 43 Kundenzeitreihen gleichzeitig - und prognostiziert das Bestellvolumen 4 Wochen voraus. Das Ergebnis: Proaktive Kapazitätsplanung statt reaktiver Disposition.

Modellrechnung - fiktive Daten

Dieses Modul ist Teil einer sechsteiligen Beispielrechnung über ein fiktives mittelständisches Logistikunternehmen (150 LKW, 43 Stammkunden). Alle Zahlen, Datensätze, Modellmetriken und Euro-Beträge sind vollständig simuliert - sie veranschaulichen die Methodik und die Größenordnung der erreichbaren Wirkung. Sie sind keine Ergebnisse realer Kunden und kein Leistungsversprechen. Welche Werte auf Ihren realen Daten erreichbar sind, zeigt erst ein Pilotprojekt.

01 Das Problem - Reaktive Disposition frisst Marge

Warum "kommt schon was rein" keine Kapazitätsplanung ist

Ein mittelständisches Logistikunternehmen disponiert in der Regel tagesgenau: Aufträge kommen rein, LKW werden verplant. Was fehlt, wird vom Spotmarkt geholt (teuer). Was übrig bleibt, steht auf dem Hof (Leerstand). Beides kostet.

Das Paradoxe: Die Daten für eine Prognose existieren bereits. Jeder Kunde hat ein Bestellmuster - saisonale Schwankungen, Wochentags-Effekte, Monatsrhythmen. Kunde A bestellt jeden Dienstag 3 Komplettladungen. Kunde B hat im Q4 doppeltes Volumen. Ihr ERP weiß das. Ihre Disposition nicht.

78% des Volumens ist vorhersagbar

Die restlichen 22% sind echte Spontanaufträge. Aber allein die Vorhersage der 78% ermöglicht interne Umschichtung statt Spot-Zukauf in der Spitze.

Auftragshistorie
Dekomposition
LSTM-Forecast
Kapazitätsplan
Dispo-Alert

02 Datengrundlage - 24 Monate Auftragshistorie

43 Kunden, 52.000 Aufträge, jeder mit Volumen, Zeitpunkt und Relation

▸ Beispielwerte - Illustration der Methode, keine durchgeführte Analyse
Aufträge: 52.340
Kunden: 43
Zeitraum: 2023-01-02 bis 2024-12-29
Ø Aufträge/Woche: 503
52.340
Aufträge (2 Jahre)
503
Ø Aufträge / Woche
43
Stammkunden
±22%
Wochen-Volatilität

03 Dekomposition - Die versteckten Rhythmen

Saisonalität, Trend und Wochentags-Muster getrennt betrachten

Auftragsvolumen Gesamtflotte - 104 Wochen + Trend
↳ Der Q4-Peak

Das Gesamtvolumen steigt im Q4 um 38% gegenüber Q2. Aber: Nicht alle Kunden folgen diesem Muster. K-007 (Baustoffe) hat seinen Peak im Q2 (Bausaison), K-031 (E-Commerce) explodiert im November/Dezember. Ein Flottenmodell reicht nicht - es braucht individuelle Prognosen pro Kunde.

Auftragsverteilung nach Wochentag (alle Kunden)
Saisonalität nach Branche - Quartalsvergleich

04 LSTM-Forecast - Individuelle Prognose pro Kunde

Ein rekurrentes Netz, das 43 Zeitreihen gleichzeitig lernt

Wir trainieren ein Multi-Target LSTM: Ein einziges Modell, das die Bestellhistorie aller 43 Kunden als parallele Zeitreihen verarbeitet. Der Vorteil gegenüber 43 einzelnen Modellen: Es lernt branchenübergreifende Muster (z.B. "wenn Automotive runtergeht, steigt Chemie um 2 Wochen versetzt").

▸ Beispielwerte - Illustration der Methode, keine durchgeführte Analyse
Modell-Parameter: 148,452
Input:  12 Wochen × 51 Features (43 Kunden + 8 Kontext)
Output: 4 Wochen × 43 Kunden-Prognosen
18%
MAPE Flotte (4 Wochen)
0.891
R² Score
22%
MAPE Flotte (Woche 4)
12%
MAPE Flotte (Woche 1)
↳ Genauigkeit nach Horizont

Die Flotten-Prognose trifft die nächste Woche mit ±12%. Je Einzelkunde bleibt die Streuung größer: 12-28% MAPE, getrieben vom Zufallsrauschen kleiner Bestellmengen.

Forecast vs. Actual - Gesamtvolumen (letzte 16 Wochen Test)
MAPE nach Kunde - je Kunde 12-28%

Die schwierigsten Kunden für das Modell sind kleine E-Commerce-Accounts mit hoher Volatilität. Die besten Prognosen gelingen bei Automotive und Pharma - Branchen mit stabilen Lieferketten und planbaren Rhythmen.

05 Kunden-Forecasts - Die 4-Wochen-Vorschau

So würde der wöchentliche Kapazitätsbericht für die Disposition aussehen

K-031 · E-Commerce · Ø 38 Aufträge/Woche
↗ Saisonaler Anstieg erwartet
+42% in 4 Wochen
Prognose KW 45-48: 48 → 52 → 54 → 54 Aufträge
Treiber: Black-Friday-Vorlauf + Weihnachtsgeschäft. Identisches Muster wie Vorjahr (±3 Aufträge).
Kapazitätsbedarf: +6 LKW-Tage/Woche zusätzlich ab KW 46.
K-007 · Baustoffe · Ø 28 Aufträge/Woche
↘ Saisonaler Rückgang
-31% in 4 Wochen
Prognose KW 45-48: 24 → 22 → 19 → 19 Aufträge
Treiber: Bausaison-Ende, Temperaturrückgang. Freigesetzte Kapazität für E-Commerce nutzen.
Kapazitätsbedarf: -4 LKW-Tage/Woche ab KW 46. Umschichtung auf K-031 möglich.
K-015 · Pharma · Ø 22 Aufträge/Woche
→ Stabil
±3% in 4 Wochen
Prognose KW 45-48: 22 → 21 → 23 → 22 Aufträge
Treiber: Kontraktgebundenes Volumen, geringe Saisonalität.
Kapazitätsbedarf: Keine Änderung nötig. Verlässlichste Planungsgrundlage der Flotte.
K-022 · Automotive · Ø 35 Aufträge/Woche
↗ Trend-Anstieg
+18% in 4 Wochen
Prognose KW 45-48: 38 → 40 → 41 → 42 Aufträge
Treiber: Neues Modell-Anlauf beim OEM. Nicht saisonal - permanenter Anstieg seit 8 Wochen.
Kapazitätsbedarf: +3 LKW-Tage/Woche dauerhaft. Subunternehmer-Vertrag prüfen.
↳ Der Dispositions-Effekt

Die Forecast-Cards zeigen den entscheidenden Vorteil: K-007 gibt Kapazität frei, die K-031 braucht - und zwar exakt in denselben Wochen. Ohne Prognose würde der Disponent für K-031 kurzfristig Spot-Kapazität zukaufen, während K-007 gleichzeitig LKW auf dem Hof stehen hätte. Mit Prognose: interne Umschichtung statt Spot-Zukauf in der Spitze.

06 Business Impact - Von der Prognose zur Marge

Ein Hebel: Glättung von Spot-Spitzen und Leerstand durch bessere Prognose

€208.800
Gesamte Einsparung / Jahr
0,8%
der Kostenbasis - Spot-Spitzen und Leerstand geglättet (Annahme)
KategorieBetrag/JahrMechanismusSicherheit
Glättung von Spot-Spitzen und Leerstand€208.8000,8% der Gesamtkosten von €26,1 Mio (Annahme; Mechanik-Anker: McKinsey - KI-Prognosen reduzieren Fehler um 20-50%)Mittel

07 Die Gesamtrechnung - Alle 6 Module zusammen

Was die Logistics Intelligence Series für Ihren Fuhrpark bedeutet

Jedes Modul löst ein konkretes Problem. Zusammen ergeben sie ein Betriebssystem für datengetriebene Logistik - aufgebaut auf Daten, die Sie bereits besitzen.

Modul 1
€132.300
Standzeit
Modul 2
€98.820
Reifen
Modul 3
€53.900
Fahrer
Modul 4
€243.000
Leerfahrten
Modul 5
€161.688
Diesel
Modul 6
€208.800
Prognose
Gesamtpotenzial: €898.508 / Jahr

Modellrechnung für einen 150-LKW-Fuhrpark. Die Grundlage: Daten, die Sie bereits haben. Kein einziger zusätzlicher Kunde nötig.

Einsparpotenzial nach Modul - Gesamtübersicht
↳ Die Botschaft

Rund €900.000 stecken in Daten, die in Ihren Systemen liegen - ungenutzt. Es braucht kein neues ERP und keine zusätzlichen Sensoren - nur die richtigen Fragen an die vorhandenen Zahlen. Das ist, was wir tun.

08 So geht es weiter mit Ihrer Prognose

Vom Proof-of-Concept zum Live-System - der Fahrplan

Sie haben gesehen, was möglich ist. Der nächste Schritt ist ein Pilotprojekt mit Ihren echten Daten. Kein monatelanges Konzeptpapier - wir liefern Ergebnisse Schritt für Schritt.

① Daten-Workshop (1 Tag)

Wir schauen gemeinsam in Ihre Telematik-, ERP- und HR-Exporte. Welche Module passen sofort? Wo ist der höchste Hebel?

② Pilot

2 Module auf Ihren realen Daten. Ergebnis: Konkreter Euro-Wert, validiertes Dashboard, Implementierungsplan.

③ Rollout

Integration in Ihre bestehenden Systeme. Automatische Reports, Alerts, Dashboards. Training für Dispo und Fuhrparkleitung.

Alle 6 Module: KI in der Logistik