Von der Analyse zur testbaren Simulation
Eine Spedition verliert ihr Geld selten auf einen Schlag, sondern rollend: mit jedem leeren Kilometer, jeder Stunde an der Rampe und jedem Fahrer, der kündigt. Drei Stufen machen aus dem rollenden Verlust eine Rechnung.
Die vierte Stufe findet im Betrieb statt: Kein Modell disponiert eine Tour, verhandelt ein Zeitfenster oder führt ein Personalgespräch. Nach der Einführung einer Maßnahme wird der simulierte Verlauf gegen Telematik-, Dispositions- und Personaldaten gestellt. Was die Messung widerlegt, wird ersetzt.
Was ein Prozentpunkt Leerfahrtquote kostet
Jeder leere Kilometer verursacht variable Kosten. Bei den Startwerten dieser Seite tragen schon zwei Prozentpunkte weniger sechsstellig. Die erreichbare Reduktion stellen Sie selbst ein; gerechnet werden nur die Konsequenzen.
Jeder Regler ist eine Annahme, keine Tatsache. Alle Startwerte sind fiktive Beispielwerte, also keine Kundendaten, keine Branchenwerte und nicht die Werte der Muster-Spedition aus den sechs Modulen.
Rechenweg: Leer-km = Jahres-km × Quote. Leerkosten = Leer-km × variable Kosten je km. Eingesparte km = Jahres-km × Reduktion. Ersparnis = eingesparte km × variable Kosten. Bewusst keine separate Dieselrechnung, denn der Diesel steckt im variablen Kilometersatz.
Die Reduktion entsteht nicht im Diagramm, sondern in der Disposition: Rückladungen, Dreiecksverkehre, Partnernetz. Das Modell zeigt, auf welchen Relationen Leer-km systematisch entstehen; welche Ladung ein Zug mitnimmt, entscheidet die Disposition.
Die Stunde an der Rampe
Die einfachste Rechnung dieser Seite: Jedes Ergebnis lässt sich im Kopf überschlagen.
Rechenweg: Vermeidbare Stunden = Anfahrten × Minuten / 60. Kosten = Stunden × Standkostensatz. Ersparnis = Kosten × realisierbarer Anteil.
Das Modell prognostiziert die Wartezeit je Rampe und Zeitfenster; das Gespräch mit dem Kunden über bessere Zeitfenster führt die Disposition, nicht die Software.
Was ein kleinerer Prognosefehler wert ist
Fehlplanungskosten als Verteilung statt als Einzelzahl: 500 simulierte Jahre je Szenario, einmal mit dem heutigen Prognosefehler, einmal mit dem Modellfehler. Beide Annahmen stellen Sie selbst ein. Der Zufallsgenerator startet fest, jeder Aufruf zeigt dasselbe Ergebnis.
Rechenweg: Wochennachfrage normalverteilt um den Mittelwert, bei null abgeschnitten. Der Planungsfehler je Woche ist normalverteilt um null, sein mittlerer Betrag entspricht dem eingestellten Prognosefehler (Umrechnungsfaktor 1,2533 zur Streuung, feste Rechengröße). Jahreskosten = Summe der daneben geplanten Touren × Fehlplanungskosten über 52 Wochen. 500 Jahre je Szenario, fester Startwert des Zufallsgenerators und unabhängige Zufallsströme je Szenario, denn die Kennzahl vergleicht eigenständige Läufe. Extreme Wochen bildet die Verteilung nur so weit ab, wie ihre Flanke sie hergibt. Weil sich ein durchgehend kleinerer Fehler über 52 Wochen aufsummiert, liegt das Modell bei deutlich kleinerem Fehler fast in jedem Jahr vorn. Bei den Startwerten zeigt die Kennzahl deshalb 100 von 100; rücken beide Fehlerannahmen zusammen, sinkt sie.
Die Prognose plant keine einzige Tour automatisch. Wie viel Kapazität die Disposition vorhält und was eine daneben geplante Tour kostet, ist Ihre Annahme am Regler.
Der Fahrerhalte-Trichter
Das existenzielle Thema der Branche, redlich gerechnet: Zwei Quoten dämpfen multiplikativ, sodass aus vielen Abgängen wenige gehaltene Fahrer werden. Dass am Ende eine kleine Zahl steht, ist kein Schwachpunkt der Rechnung, sondern ihre Ehrlichkeit.
Rechenweg: Abgänge = Bestand × Fluktuation. Erkannt = Abgänge × Trefferquote. Gehalten = erkannt × Erfolgsquote. Ersparnis = gehalten × Ersatzkosten. Maßnahmekosten = erkannt × Kosten je Maßnahme (auf alle erkannten Fälle, nicht nur die gehaltenen). Netto = Ersparnis − Maßnahmekosten. Fehlalarme bei bleibenden Fahrern sind nicht eingerechnet, sodass die tatsächlichen Kosten darüber liegen.
Das Scoring ist auf Team-Ebene aggregiert, kein personenbezogenes Ranking. Ob und wie ein Gespräch geführt wird, entscheidet die Fuhrparkleitung.
Was diese Seite annimmt, vollständig offengelegt
Jede Zahl auf dieser Seite folgt arithmetisch aus den Reglerwerten. Zusätzlich gilt:
- Beispielwerte: Alle Startwerte sind fiktiv, also keine Kundendaten, keine Branchen-Benchmarks und bewusst nicht die Werte der Muster-Spedition aus den sechs Modulen.
- Nicht additiv: Die vier Ergebnisse dürfen nicht addiert werden, denn Simulation 01 misst gefahrene Leer-km, Simulation 03 misst Planabweichung in Touren, und eine daneben geplante Tour kann einen leeren Kilometer verursachen. Die Seite zeigt deshalb keine Gesamtsumme.
- Abgrenzung zu den Modulen: Standzeit-Effekte rechnet nur Simulation 02. Reifen und Pannen kommen nicht vor. Simulation 01 bewertet Leer-km zu variablen Kosten je km ohne separate Dieselrechnung. Ein Subunternehmer-Aufpreis wird nirgends behauptet.
- Auftragsvolumen: Wochennachfrage und Planungsfehler normalverteilt, 52 Wochen, 500 simulierte Jahre, fester Startwert des Zufallsgenerators, unabhängige Zufallsströme je Szenario, Umrechnungsfaktor 1,2533 vom mittleren absoluten Fehler zur Streuung. Extreme Wochen bildet die Verteilung nur so weit ab, wie ihre Flanke sie hergibt.
- Fahrerhalte: Maßnahmekosten laufen auf alle erkannten Fälle, die Ersparnis nur auf gehaltene. Fehlalarme bei bleibenden Fahrern sind nicht eingerechnet, sodass die tatsächlichen Kosten darüber liegen. Das Scoring bleibt auf Team-Ebene aggregiert.
- Keine geteilten Regler: Die vier Simulationen sind bewusst entkoppelt, damit keine verdeckte Umrechnungsannahme (etwa Kilometer je Tour) entsteht.
- Nominale Beträge: ohne Kosten jenseits der genannten, ohne Abzinsung, ohne Umsatzsteuer.
Diese Seite ist eine Gesprächsgrundlage, kein Angebot. Alle Werte sind Modellrechnungen auf Basis frei einstellbarer Annahmen; keine Zahl ist eine Zusage, eine Prognose für eine konkrete Spedition oder ein Branchenwert.
In einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten die Regler: Ihre Telematik- und Dispositionsdaten liefern Leerfahrtquote und Wartezeiten, Ihre Auftragshistorie den Prognosefehler, Ihre Personaldaten die Fluktuation. Die Rechenwege bleiben dieselben.