Von der Analyse zur testbaren Simulation
Jede Kollektion beginnt mit einer Wette: Die Vororder-Entscheidung fällt Monate, bevor die erste Kundin die Ware sieht. Drei Stufen machen aus der Wette eine Rechnung.
Die vierte Stufe findet im Unternehmen statt: Nach der Einführung wird der simulierte Verlauf gegen Abverkauf, Retouren und Abschriften der laufenden Saison gestellt. Was die Messung widerlegt, wird ersetzt.
Die Vororder-Menge und der Preis des Prognosefehlers
Zu viel bestellt läuft in die Abschrift, zu wenig bestellt lässt Nachfrage unbedient. Die Simulation rechnet beide Fehlerkosten gegeneinander und zeigt, was ein kleinerer Prognosefehler je Style wert ist.
Jeder Regler ist eine Annahme, keine Tatsache. Alle Startwerte sind fiktive Beispielwerte, also keine Kundendaten, keine Branchenwerte und nicht die Werte des Muster-Unternehmens aus den sechs Modulen.
Rechenweg: Nachfrage normalverteilt mit dem eingestellten Mittel und der eingestellten relativen Streuung (Annahme). Unterdeckung kostet Verkaufspreis minus Einkaufskosten, Überdeckung Einkaufskosten minus Restwert. Erwarteter Deckungsbeitrag je Bestellmenge über die Verlustfunktion der Normalverteilung; das Optimum ist das Maximum dieser Kurve. Eine Saison je Style, kein Nachschub. Die Rechnung ist sinnvoll, solange der Restwert unter den Einkaufskosten und diese unter dem Verkaufspreis liegen.
Nach der Einführung wird der Prognosefehler je Style auf zurückgehaltenen Saisons gemessen und die bestellte Menge gegen den tatsächlichen Abverkauf gestellt.
Saison-Deckungsbeitrag als Verteilung
Dieselbe Vororder-Entscheidung als Verteilung statt als Punkt: 500 simulierte Saisons je Szenario. Der Zufallsgenerator startet fest, deshalb zeigt jeder Aufruf dasselbe Ergebnis.
Rechenweg: Nachfrage je Style normalverteilt, bei null abgeschnitten; Bestellmenge je Style gleich der Prognose, ohne Sicherheitszuschlag (Annahme). Verkaufspreis, Einkaufskosten und Restwert kommen aus Simulation 01. 500 Saisons je Szenario, fester Startwert des Zufallsgenerators, unabhängige Zufallsströme je Szenario. Die Kennzahl vergleicht eigenständige Läufe.
Am Saisonende steht der gemessene Saison-Deckungsbeitrag im Band oder außerhalb. Die Abweichung wird ausgewiesen, nicht wegerklärt.
Was eine vermiedene Retoure wert ist
Die einfachste Rechnung dieser Seite: Retouren, adressierbarer Anteil, erreichbare Reduktion und die Ersparnis je Jahr.
Rechenweg: Retouren = Bestellungen × Quote. Vermiedene Retouren = Retouren × adressierbarer Anteil × Reduktion. Ersparnis = vermiedene Retouren × Kosten je Retoure. Die Simulation trennt nicht nach Retourengrund und behauptet keine Ursachenanteile. Der adressierbare Anteil und die Reduktion sind Ihre Annahmen.
Die Retourenquote wird je Kategorie und Bestellkohorte vor und nach der Maßnahme gemessen; die angenommene Reduktion wird durch die gemessene ersetzt.
Abschrift: früh und flach gegen spät und tief
Der alte Streit im Merchandising als Rechnung statt als Meinung. Sie stellen die Abverkaufsannahmen beider Szenarien selbst ein. Eine Beziehung zwischen Abschriftstiefe und Nachfrage wird nicht behauptet, denn sie entstünde erst aus Ihren Daten.
Rechenweg: Vor der Abschrift verkauft jede Woche 6 % des jeweils verbliebenen Bestands zum Vollpreis (feste Rechengröße), ab der Startwoche gilt die eingestellte Abverkaufsquote zum reduzierten Preis. Erlös = Summe der Wochenverkäufe × Preis plus Restmenge × Restwert. Verkaufspreis und Restwert kommen aus Simulation 01. Horizont 14 Wochen. Die Grafik zeigt den kumulierten Verkaufserlös ohne den Restwert.
Je Abschriftsstufe wird die tatsächliche wöchentliche Abverkaufsquote gemessen; die Annahme weicht der gemessenen Kurve, und die nächste Saison rechnet mit ihr.
Was diese Seite annimmt: vollständig offengelegt
Jede Zahl auf dieser Seite folgt arithmetisch aus den Reglerwerten. Zusätzlich gilt:
- Beispielwerte: Alle Startwerte sind fiktiv, also keine Kundendaten, keine Branchen-Benchmarks und nicht die Werte des Muster-Unternehmens aus den sechs Modulen.
- Normalverteilung: Die Nachfrage je Style ist normalverteilt (in Simulation 02 bei null abgeschnitten), mit relativer Streuung von höchstens 50 %. Reale Modenachfrage hat schwerere Ränder, deshalb untertreibt das Band Extremsaisons.
- Bestellmenge in Simulation 02: je Style gleich der Prognose, ohne Sicherheitszuschlag. Fester Startwert des Zufallsgenerators, 500 Saisons je Szenario, unabhängige Zufallsströme je Szenario.
- Retouren: kein Ursachen-Split. Die Simulation behauptet keine Anteile größenbedingter oder anderer Retourengründe. Adressierbarer Anteil und Reduktion sind reine Annahmen.
- Abschrift: Die Abverkaufsquoten beider Szenarien sind Ihre Annahmen; es wird keine empirische Beziehung zwischen Abschriftstiefe und Nachfrage behauptet. Vollpreisquote 6 % je Woche und Horizont 14 Wochen sind feste Rechengrößen.
- Nicht additiv: Die vier Simulationen überschneiden sich im Gegenstand, deshalb dürfen ihre Ergebnisse nicht summiert werden, und diese Seite summiert sie nicht.
- Nominale Erlöse: ohne Prozesskosten jenseits der genannten, ohne Abzinsung, ohne Umsatzsteuer.
Diese Seite ist eine Gesprächsgrundlage, kein Angebot. Alle Werte sind Modellrechnungen auf Basis frei einstellbarer Annahmen; keine Zahl ist eine Zusage, eine Prognose für ein konkretes Unternehmen oder ein Branchenwert.
In einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten die Regler: Ihre Abverkaufshistorie liefert Prognosefehler und Abverkaufsquoten, Ihre Retourendaten den adressierbaren Anteil. Die Rechenwege bleiben dieselben.