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Kundensegmentierung mit Clustering: aus 2.240 Kunden drei handlungsfähige Segmente

Fünf Clustering-Verfahren im Vergleich, eine Entscheidung mit Verstand: nicht das Modell mit der besten Kennzahl gewinnt, sondern das, mit dem man arbeiten kann. Ergebnis sind drei klar getrennte Kundensegmente - und eine Kampagnenstrategie, die dem Budget folgt. Ein MIT-Capstone mit reproduzierbarem Companion-Repository.

Ein Händler bespielt Web, Katalog und Filiale mit Kampagnen für sechs Produktkategorien - und erreicht Akzeptanzquoten von gerade einmal 1 bis 15 %. Der Grund ist simpel: Jeder Kunde wird gleich behandelt. Die Frage dieses Projekts: Lassen sich mit Unsupervised Learning die natürlichen Kundensegmente aus den Verhaltensdaten herauslesen, damit das Marketing-Budget dorthin fließt, wo es wirklich konvertiert? Es gibt kein Ziellabel - die Struktur muss gefunden werden.

Der Datensatz

Grundlage ist ein öffentlicher Marketing-Datensatz (marketing_campaign.csv) mit 2.240 Kundendatensätzen und 26 Merkmalen: Demografie, Ausgaben je Kategorie (Wein, Obst, Fleisch, Fisch, Süßes, Gold), Kanalverhalten (Web/Katalog/Filiale/Deals) und die Reaktion auf fünf Kampagnen. Nach Bereinigung (Median-Imputation beim Einkommen, ein Extrem-Ausreißer entfernt) verbleiben 2.232 modellierte Kunden; 17 Verhaltensmerkmale gehen ins Clustering, die Demografie dient nur der Profilbildung.

Der Ansatz: fünf Verfahren, eine brauchbare Struktur

Aus der explorativen Analyse fielen drei Muster heraus: Einkommen ist der stärkste Ausgabentreiber, Wein + Fleisch machen rund 75 % der Ausgaben aus, und Kinder senken die Premium-Ausgaben deutlich. Nach Feature-Engineering (8 neue Merkmale), StandardScaler und PCA (10 Komponenten, 90,7 % Varianz) wurden fünf Clustering-Verfahren verglichen - bewertet nach Silhouette-Score und betrieblicher Brauchbarkeit: K-Means, K-Medoids, Hierarchical (Ward), DBSCAN und Gaussian Mixture.

Elbow-Methode und Silhouette-Scores zur Wahl der Clusterzahl k
Elbow-Methode und Silhouette-Scores über k. In Kombination mit der fachlichen Interpretierbarkeit fiel die Wahl auf k=3.

Ergebnisse

Silhouette-Score bei k=3 je Verfahren:

Verfahren (k=3)SilhouetteVerdikt
K-Means (gewählt)0,2888Ausgewogen, interpretierbar, ordnet neue Kunden zu
K-Medoids0,2670Vergleichbar, langsamer
Hierarchical (Ward)0,2661Bestätigt dieselbe 3-Segment-Struktur
Gaussian Mixture0,1808Schwächere Trennung
DBSCAN0,4820Verworfen - 2.216 in einem Cluster + 10 Rauschpunkte, keine Zuordnung neuer Kunden

DBSCAN erzielte den höchsten Score - ist aber im Betrieb unbrauchbar (ein dominanter Cluster, neue Kunden lassen sich nicht einordnen). Gewählt wurde K-Means (k=3): Die drei Segmente werden von K-Medoids und Hierarchical Clustering reproduziert - hohe Konfidenz. Nicht der beste Score gewinnt, sondern die belastbare, einsetzbare Lösung.

K-Means-Cluster (k=3) im PCA-Raum, drei klar getrennte Kundengruppen
Die drei K-Means-Cluster im PCA-Raum - klar getrennt entlang der Haupt-Verhaltensachsen.

Die drei Segmente

SegmentAnteilØ EinkommenØ AusgabenKampagnen angenommen
💎 Premium Enthusiasts25,4 %76.319 $1.420 $1,01
🛒 Moderate Mainstream27,8 %57.292 $721 $0,40
👨‍👩‍👧 Budget Families46,8 %35.475 $99 $0,17
Finale Kundensegmentierung K-Means k=3: PCA-Segmente, Einkommen vs. Ausgaben, Verteilung, Ausgaben je Kategorie
Die finale Segmentierung auf einen Blick: Verteilung, Einkommen vs. Ausgaben und das Ausgabenprofil je Kategorie trennen die drei Gruppen sauber.

Von Clustern zur Strategie

  • Drei-Stufen-Kampagnen - Premium: exklusiv/VIP, Katalog + Filiale; Mainstream: Cross-Sell/Loyalty, omnichannel; Budget: Deals & Familien-Bundles, mobil + E-Mail.
  • Budget dorthin, wo es konvertiert - Premium-Anteil hoch, Budget runter.
  • Kanal-Fit - keine Katalog-Mailings an Budget; Katalog für Premium ausbauen.

Der projizierte finanzielle Effekt (rund 98 K$ Netto-Nutzen / ca. 196 % ROI im ersten Jahr) ist eine Modellrechnung auf offengelegten Annahmen - kein gemessenes Ergebnis.

Reproduzierbarkeit & Verifikation

Der vollständige, ausgeführte Code (EDA, Feature-Engineering, Fünf-Verfahren-Vergleich, Segment-Profiling) liegt im Companion-Repository: github.com/myBytesResearch/mit-capstone-mpianowski. Das Projekt entstand als Capstone im Applied Data Science Program der MIT Professional Education (verifizierbares Zertifikat).

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