Schokoladen-Simulator

Erst simulieren,
dann festlegen

Vier Entscheidungen einer Saison. Die Startwerte sind Beispielwerte: Stellen Sie die Regler auf die Größenordnung Ihres Werks ein - die Rechenwege stehen unter jeder Simulation.

Von der Analyse zur testbaren Simulation

Im Schokoladenwerk entscheidet nicht der Tag, sondern die Saison: Was vor der Spitze festgelegt wird, lässt sich mittendrin nicht mehr ändern. Drei Stufen machen aus der Saison eine Rechnung.

Stufe 1
Analyse
Blickt zurück und zeigt, wo die Saison Geld gekostet hat: im Überhang, im Kakaoeinkauf, im Rüsten, in der Aktion.
Stufe 2
Prognose
Ein Modell je Frage schätzt Mengen, Streuungen und Wirkungen, bevor sie eintreten - mit ausgewiesenem Fehler statt mit Bauchgefühl.
Stufe 3
Simulation
Sie verändern eine Stellgröße und sehen, was aus der Entscheidung folgen würde, bevor die Saison sie festschreibt.
Kontrolle

Die vierte Stufe findet im Betrieb statt: Nach der Saison wird der simulierte Verlauf gegen Abverkauf, Einstandskosten, Rüstprotokolle und Aktionsabrechnung gestellt. Was die Messung widerlegt, wird ersetzt.

Die Saisonmenge unter Prognoseunsicherheit

Zu viel produziert wird nach der Saison zum Restwert verwertet, zu wenig produziert verschenkt Marge. Die Simulation sucht die Menge, bei der der erwartete Gewinn am höchsten ist - einmal mit dem Prognosefehler von heute, einmal mit dem eines Modells.

Jeder Regler ist eine Annahme, keine Tatsache. Alle Startwerte sind fiktive Beispielwerte - keine Kundendaten, keine Branchenwerte, nicht die Werte des Muster-Betriebs aus den neun Modulen.

Erwarteter Saisonabsatz (Stück)
Prognosefehler heute
Prognosefehler mit Modell
Nettopreis je Stück
Herstellkosten je Stück
Restwert je Stück nach der Saison
Erwarteter Gewinn über der Produktionsmenge - Marker an der jeweils besten Menge
Saisonmenge heute
Stück, gewinnmaximal
Saisonmenge mit Modell
Stück, gewinnmaximal
Erwarteter Überhang
heute → mit Modell, in Tonnen
Gewinnvorteil je Saison
erwarteter Gewinn mit Modell gegen heute

Rechenweg: Zeitungsjungen-Rechnung. Die Nachfrage ist normalverteilt um den erwarteten Absatz; der Prognosefehler ist ihre Streuung in Prozent des Absatzes. Die beste Menge liegt beim Quantil (Preis − Herstellkosten) / (Preis − Restwert); negative Mengen werden bei null abgeschnitten. Erwarteter Gewinn = Preis × erwartete Verkäufe + Restwert × erwarteter Überhang − Herstellkosten × Menge. Der Überhang in Tonnen rechnet mit 120 Gramm je Stück. Der Restwert ist die Bruchverwertung nach der Saison.

Kontrolle

Wo Ihr Prognosefehler heute tatsächlich liegt, zeigt der Rückblick auf die letzten drei Saisons - der Regler ersetzt ihn nicht.

Die Kakaodeckung als Streuung, nicht als Prognose

Wie stark schwanken die Jahres-Einstandskosten, wenn ein Teil des Bedarfs zum heutigen Preis gedeckt ist und der Rest über das Jahr am Markt gekauft wird? 500 simulierte Preisjahre je Deckungsgrad. Der Zufallsgenerator startet fest, jeder Aufruf zeigt dasselbe Bild.

Jahresbedarf Kakaoprodukte
Preis heute je Tonne
Preisschwankung im Jahr
Anteil bereits gedeckter Kakaomenge
Band der Jahres-Einstandskosten über dem Deckungsgrad - je höher die Deckung, desto schmaler das Band
Mittlere Jahreskosten
bei jedem Deckungsgrad gleich
Teures Jahr (jedes zehnte)
beim eingestellten Deckungsgrad
Spanne der Jahreskosten
teures gegen günstiges Jahr, eingestellter Deckungsgrad
Spanne ohne Deckung
zum Vergleich, Deckungsgrad null

Rechenweg: Die Preispfade sind driftlos und lognormalverteilt. Das Modell trifft keine Aussage über die Richtung des Kakaopreises. Die Preisschwankung ist eine Annahme des Besuchers, keine Prognose. Fester Startwert der Zufallszahlen, 500 Pfade. Zwei Aufrufe mit gleichen Reglern liefern dasselbe Bild. Jeder Pfad läuft über 52 Wochenschritte, ein Zufallsstrom für alle Deckungsgrade. Die Pfade werden so normiert, dass ihr Mittel dem heutigen Preis entspricht. Jahreskosten = gedeckter Anteil × Bedarf × Preis heute + ungedeckter Anteil × Bedarf × mittlerer Marktpreis des Pfades. Extreme Preissprünge und Regimewechsel bildet die Verteilung nur so weit ab, wie ihre Flanke sie hergibt. Prämien, Margin-Kosten und Basisrisiko der Deckung sind nicht enthalten. Die Rechnung zeigt Streuung, keine Kosten der Absicherung. Die Simulation ist keine Handlungsempfehlung für einen Deckungsgrad. Der Mittelwert der Jahreskosten ist bei jedem Deckungsgrad gleich; so ist das Modell gebaut.

Kontrolle

Welche Preisschwankung Sie für das kommende Jahr annehmen und welchen Deckungsgrad Ihre Einkaufsrichtlinie vorsieht, entscheiden Einkauf und Geschäftsführung - die Kurve rechnet nur die Annahmen durch.

Die Rüstfolge in Linienstunden und Tonnen

Die einfachste Rechnung dieser Seite: Wie viele Linienstunden und wie viel Übergangsausschuss eine bessere Reihenfolge freisetzt - jedes Ergebnis lässt sich am Taschenrechner nachvollziehen.

Rüstvorgänge je Jahr
Mittlere Rüstdauer
Erreichbare Reduktion der Rüstzeit
Wert einer gewonnenen Linienstunde
Übergangsausschuss je Rüstvorgang
Materialwert je Tonne
Wert je Jahr in Abhängigkeit von der Reduktion - Linienstunden allein und mit Material, Marker: eingestellter Wert
Rüststunden je Jahr heute
Rüstvorgänge × Dauer
Gewonnene Linienstunden
je Jahr
Übergangsausschuss
heute → mit besserer Folge, je Jahr
Wert je Jahr
Linienstunden plus Material

Rechenweg: Rüststunden = Rüstvorgänge × Dauer / 60. Gewonnene Stunden = Rüststunden × Reduktion; Wert = gewonnene Stunden × Wert je Stunde. Übergangsausschuss = Rüstvorgänge × Ausschuss je Vorgang; Materialwert der Reduktion = Ausschuss × Reduktion × Materialwert je Tonne. Die Reduktion gilt in dieser Rechnung für Zeit und Ausschuss gleichermaßen. Energie und Reinigungsmittel der Rüstvorgänge sind bewusst nicht mitgerechnet.

Kontrolle

Welche Reduktion Ihre Rüstmatrix hergibt, zeigt erst die Optimierung auf Ihren gemessenen Rüstzeiten - der Regler ersetzt sie nicht.

Der Nettoeffekt einer Handelsaktion

Der Balken der Aktionswoche ist keine Kennzahl. Die Simulation zieht vom Mehrabsatz den vorgezogenen Absatz und die Verdrängung im eigenen Sortiment ab, rechnet den Rabatt auf alle Aktionsstücke und zeigt, was von der Aktion im Deckungsbeitrag übrig bleibt - auch wenn es weniger als nichts ist.

Basisabsatz im Aktionszeitraum (Stück)
Mehrabsatz in der Aktion
Vorgezogener Absatz
Verdrängung im Sortiment
Aktionsrabatt
Deckungsbeitrag am Regulärpreis
Zerlegung des Aktionsergebnisses - Mehr-Deckungsbeitrag, Rabatt, vorgezogen, verdrängt, netto
Mehrabsatz brutto
Stück in der Aktion
Echter Mehrabsatz
nach vorgezogenem Absatz und Verdrängung
Rabattkosten
auf alle Aktionsstücke
Nettoeffekt im Deckungsbeitrag
der Aktion insgesamt

Rechenweg: Regulärpreis 1,90 € je Stück, fest. Mehrabsatz brutto = Basisabsatz × Mehrabsatz. Echter Mehrabsatz = Mehrabsatz brutto × (1 − vorgezogener Anteil − Verdrängungsanteil). Mehr-Deckungsbeitrag = Mehrabsatz brutto × Deckungsbeitrag × Regulärpreis. Rabattkosten = (Basisabsatz + Mehrabsatz brutto) × Rabatt × Regulärpreis. Später fehlender Deckungsbeitrag = vorgezogener Absatz × Deckungsbeitrag × Regulärpreis; verdrängter Deckungsbeitrag entsprechend. Netto = Mehr-Deckungsbeitrag − Rabatt − fehlt später − fehlt beim Nachbarn. Handelskonditionen, Zweitplatzierungskosten und Handzettel sind bewusst nicht mitgerechnet.

Kontrolle

Vorgezogener Absatz und Verdrängung lassen sich nur mit Vergleichsketten ohne Aktion messen - die Regler sind Ihre Annahmen, die Zerlegung Ihrer Aktionen steht in Ihren Abverkaufsdaten.

Was diese Seite annimmt - vollständig offengelegt

Jede Zahl auf dieser Seite folgt arithmetisch aus den Reglerwerten. Zusätzlich gilt:

  • Beispielwerte: Alle Startwerte sind fiktiv - keine Kundendaten, keine Branchen-Benchmarks und bewusst nicht die Werte des Muster-Betriebs aus den neun Modulen.
  • Saisonmenge: Zeitungsjungen-Rechnung mit normalverteilter Nachfrage; der Prognosefehler ist die Streuung in Prozent des erwarteten Absatzes. Feste Rechengröße 120 Gramm je Stück für den Überhang in Tonnen. Die beste Menge ist die gewinnmaximale Menge des Modells, keine Empfehlung.
  • Kakaodeckung: Die Preispfade sind driftlos und lognormalverteilt. Das Modell trifft keine Aussage über die Richtung des Kakaopreises. Die Preisschwankung ist eine Annahme des Besuchers, keine Prognose. Fester Startwert der Zufallszahlen, 500 Pfade. Zwei Aufrufe mit gleichen Reglern liefern dasselbe Bild. Jeder Pfad läuft über 52 Wochenschritte. Extreme Preissprünge und Regimewechsel bildet die Verteilung nur so weit ab, wie ihre Flanke sie hergibt. Prämien, Margin-Kosten und Basisrisiko der Deckung sind nicht enthalten. Die Rechnung zeigt Streuung, keine Kosten der Absicherung. Die Simulation ist keine Handlungsempfehlung für einen Deckungsgrad. Der Mittelwert der Jahreskosten ist bei jedem Deckungsgrad gleich; so ist das Modell gebaut.
  • Rüstfolge: reine Arithmetik; die Reduktion gilt für Rüstzeit und Übergangsausschuss gleichermaßen; Energie und Reinigungsmittel sind nicht mitgerechnet.
  • Aktion: deterministische Zerlegung mit festem Regulärpreis von 1,90 € je Stück; Handelskonditionen, Zweitplatzierung und Handzettel sind nicht mitgerechnet. Ein negativer Nettoeffekt wird angezeigt, nicht unterdrückt.
  • Nicht additiv: Die vier Ergebnisse dürfen nicht addiert werden - Stückmarge, Kakaopreis, Linienstunde und Aktions-Deckungsbeitrag sind vier verschiedene Größen ohne gemeinsame Kostenfunktion; bewusst teilen die Simulationen keine Regler. Die Modulsumme der Serie steht nur auf der Übersichtsseite; Kakaokosten kommen außerhalb der Kakaodeckung nirgends vor.
Hinweis zum Kontext dieses Portfolios

Diese Seite ist eine Gesprächsgrundlage, kein Angebot. Alle Werte sind Modellrechnungen auf Basis frei einstellbarer Annahmen; keine Zahl ist eine Zusage, eine Prognose für einen konkreten Betrieb oder ein Branchenwert.

In einem realen Projekt ersetzen Ihre Daten die Regler: Ihre Abverkaufshistorie liefert den Prognosefehler, Ihre Einkaufsrichtlinie den Deckungsgrad, Ihre Rüstmatrix die Reduktion, Ihre Aktionsabrechnung die Zerlegung. Die Rechenwege bleiben dieselben.

Alle 9 Module: KI im Schokoladenwerk